„Folgt dem großen Filipino.“- Interview mit Kogure コグレ

„Folgt dem großen Filipino.“ Das haben wir getan und so kamen wir am 29. Oktober zu einem CDU Fraktionsraum im historischen Rathaus Köln, der kurzerhand zu der Umkleidekabine für Kogure umfunktioniert worden war. Kogure, das sind Saku (Vocals), Haruki (Guitar), Akira (Bass) und Raya am Schlagzeug. Zusammen bilden sie eine (wie wir gelernt haben) deutsche Visual Kei Band mit japanischen Texten.

Im Rahmen der Preisverleihung des MangaMagie Wettbewerbs sind Kogure in Köln aufgetreten und haben sich netterweise bereit erklärt, uns für ein 20- 30 minütiges Interview zur Verfügung zu stehen! Aus 20 Minuten wurde auf einmal knapp eine Stunde und nun haben wir 7 (!!!) Seiten Interview mit Kogure für euch! Viel Spaß beim Lesen!

Q: Vorstellung! Wer seid ihr und welches Equipment benutzt ihr?

AKIRA: Ich spiele auf einem Ibanez K5 und benutze einen Hartke Verstärker.

SAKU: benutzt ein Shure Mikro.

HARUKI: spielt eine ESP LTD F- 400 FM, Boss GT 8 Effektgerät und momentan leider noch auf einem Fame Red Stack Amp mit Box.

RAYA: spielt auf einem Tama EFX Superstar chrome

Q: Was bedeutet Euer Bandname und wie seid ihr darauf gekommen?

HARUKI: Wir wollten einen Bandnamen haben, der möglichst viele unserer Facetten ausdrückt und letzten Endes haben wir uns „coloured grey“ genannt, also ein „farbiges Grau“. Dies ist in gewisser Weise ein Paradoxon, dass man auch auf unsere Musik beziehen kann, da wir nun mal sowohl poppige Songs und Balladen, als auch harte Songs in unserem Repertoire haben. Wir haben von „coloured grey“ die Silben „co“ für „coloured“ und „grey“ genommen und haben über das „grey“ noch eine japanische Aussprache gelegt, also „ko- gure“.

Q: Du, Akira, bist zuletzt zu Kogure dazu gekommen. Wie habt ihr Euch generell gefunden?

AKIRA: Ich bin jetzt seit gut einem Jahr dabei, seit September. Saku und ich studieren beide in Trier Modedesign und haben uns auf einer Modenschau kennengelernt und sind ein bisschen ins Gespräch gekommen. Sie hat mir erzählt dass ihre Band einen Bassisten sucht und so hat sich das ergeben.

SAKU: Ich habe die Anderen auf einem Treffen in Köln 2008 kennengelernt. Sie haben ihre T-Shirts verkauft, die ich ziemlich stylish fand. Ich kannte die Band nicht und als sie mir erzählt haben, dass das keine japanische Indie- Band sondern ihre eigene ist, fand ich das sehr interessant. Ich habe immer nach Leute gesucht die diese Musik spielen, was ziemlich schwierig ist und weswegen ich auch lange Zeit ohne Band war. Ich war ziemlich froh, als ich sie dann gefunden hatte- und sie mich gefunden hatten.

HARUKI: Raya und ich kennen uns seit der 5. Klasse und wirklich kennengelernt haben wir uns durch ein Gespräch über Pokemon, das war damals in. Wir machen also schon ein wenig länger miteinander Musik, aber man kann das nicht wirklich Musik nennen, wir waren damals sehr jung und haben einfach nur viel ausprobiert und ausgetestet.

Q: Wann habt ihr denn gemerkt, dass das ernster für Euch wird und dass ihr richtig zusammen Musik machen wollt?

RAYA: Ja, das war erst als wir die Anderen gefunden hatten. Zuerst waren wir so eine Zweiercombo mit Schlagzeug und Bass/ Gitarre abwechselnd, und dann haben wir noch unseren damaligen Bassisten/ Gitarristen gefunden und haben uns bemüht das Ganze professioneller aufzuziehen und seit Akira da ist hat das für uns noch mal ein ganz anderes Level erreicht.

HARUKI: Also wirklich professionell sind wir natürlich noch nicht, aber seit dem letzten Jahr wollen wir ein bisschen weiter hinaus und professioneller werden.

Q: Akira, warst du schon von Anfang an an japanischer Musik interessiert?

AKIRA: Ja ja, ich glaube wir haben uns deswegen „erkannt“, das ist ja nicht allzu schwer.

SAKU: Bei uns an der Modeschule laufen zwar viele stylische und außergewöhnliche Leute rum, aber es fällt immer noch auf wer in die asiatische Richtung geht, es war also ganz einfach eigentlich.

AKIRA: Ja, ich war schon sehr damit vertraut.

Q: Wer schreibt Eure Texte? Wie komponiert ihr?

HARUKI: Also bis jetzt habe ich alle Songs komplett geschrieben, bis auf ein paar Ausnahmen bei denen Saku den Textpart übernommen hat. Ansonsten gibt es natürlich auch Parts bei denen Saku und ich zusammen an einem Text gearbeitet haben, wie zum Beispiel bei Hotaru no Haka. Meistens ist es so, dass ich ein Lied komplett schreibe und danach Rücksprache mit der Band halte, ob das Lied ihnen überhaupt gefällt, oder ob sie Verbesserungsvorschläge haben.

RAYA: Natürlich ist es so, dass jeder an seinem Instrument ein bisschen im Vorteil ist und sagen kann was man besser anders umsetzen könnte. Da wird dann viel in der Band diskutiert.

SAKU: Es ist jetzt aber auch so, wenn jemand eine Idee hat für sein Instrument und er bringt diese Idee mit in die Probe, dann diskutieren wir sie und versuchen sie umzusetzen. Jeder versucht seine Vorteile, Vorzüge und Talente einzubauen, und so entsteht am Ende dann ein fertiger Song. Akira zum Beispiel beherrscht viele Instrumente, sie kann sehr gut Klavier spielen. Also hört ihr vielleicht in Zukunft auch ein paar Klavierballaden von uns.

Q: Habt ihr Vorbilder? Wer beeinflusst Euch?

AKIRA: Eigentlich habe ich gar keine Vorbilder. Natürlich gibt es Leute die ich bewundere, aber ein konkretes Vorbild habe ich nicht.

SAKU: Die Liste meiner Vorbilder war und ist ewig lang, mich haben so viele Stilrichtungen beeinflusst, dass ich auch niemanden konkret nennen könnte. Es ist in jedem Fall ein ganz bunter Stilmix. Ich finde, Vorbilder sind auch wichtig also für die Entwicklung von einem eigenem Kunstverständnis.

HARUKI: Ich persönlich sehe das ein bisschen anders, ich hab ganz konkret gar keine Vorbilder, aber ich habe sehr viele Leute die mich beeinflusst haben und die mich auch immer noch beeinflussen, zu denen ich hinauf sehe. Dazu gehört auch unter anderem Sugizo von Luna Sea. Auch Luna Sea selber waren die erste japanische Band mit der ich überhaupt in Kontakt gekommen bin, weswegen sie sowieso einen speziellen Wert für mich haben. Abgesehen davon, dass sie ja natürlich sehr abwechslungsreich sind und zum Teil sehr rockige und sehr balladige Sachen habe, sind sie nicht eingeschränkt in dem was sie tun und machen was sie wollen. Das war der Punkt an dem ich selbst gedacht habe, dass ich gerne selbst eine Band hätte. Allerdings war es für mich wichtig nicht zu versuchen Sugizo zu kopieren, sondern mir lediglich ein paar seiner skills abzugucken. Ich finde, das ist s ein bisschen das was Kogure ausmacht, dass wir trotz verschiedener Einflüsse letzten Endes unser Ding machen und unseren eigenen Sound haben.

SAKU: So ähnlich wie Haruki das erklärt hat, habe ich das auch gemeint, nämlich dass Vorbilder meistens eine Illusion von etwas Perfektem darstellen. Aber man sieht es als etwas Perfektes und man selbst kann daran wachsen. Man will auch so perfekt werden und später, wenn man wirklich denkt man hat es erreicht, erkennt man, dass es eigentlich nur eine Illusion war. Aber diese Illusion hat einen in diesem Moment soviel weitergebracht, von daher denke ich, das ist wichtig.

RAYA: Ich würde mich meinen Vorrednern anschließen, aber es gibt schon Schlagzeuger die ich als kreativ erachte, zum Beispiel der Schlagzeuger von hide’s band Spread Beaver, Joe, den ich sehr gut finde. Aber ich finde auch viele Schlagzeuger, die ich beispielsweise auf youtube sehe, wie auch meinen Schlagzeuglehrer sehr beeindruckend. Daran nehme ich mir ein Beispiel und arbeite weiter an meinen Fähigkeiten.

Q: Raya, du hast gerade von deinem Schlagzeuglehrer gesprochen, habt/ hattet ihr alle Unterricht und wie lange spielt ihr Eure Instrumente schon?

AKIRA: Mit 3 Jahren habe ich angefangen Cello zu spielen und hatte deswegen schon eine recht geübte Fingerfertigkeit als ich vor knapp 2 Jahre angefangen habe Bass zu spielen. Ich hatte wirklich gerade erst angefangen als ich zu der Band kam. Ich hab mir alles selbst beigebracht, was ich bis zu diesem Moment kann, davor hatte ich mich an der Gitarre versucht, hab aber schnell gemerkt, dass ich eher für Bass-Instrumente gemacht bin.

SAKU: Ich erinnere mich, dass ich sehr jung war, als ich meiner Mutter und sämtlichen Leuten um mich herum damit auf die Nerven gegangen bin, es hat mich also eigentlich immer begleitet. Als ich zum ersten Mal auf der Bühne stand war ich 11 oder 12 Jahren. Das war in der 5. Klasse und ich habe vor meinen Mitschülern einfach mal spontan das Mikro ergriffen und alle fanden es toll, was für mich natürlich ein sehr einschlägiges Erlebnis war. Außerdem hat es dazu gebracht immer wieder auf die Bühne zu gehen, obwohl ich eigentlich immer sehr schüchtern war. Mit 14 Jahren hatte ich dann meine erste Band, in der wir eigene Lieder geschrieben haben. Ich bin dann von einer Band in die nächste, je nachdem, welcher Stil mich gerade interessiert hat. Ich könnte auch nie ohne das Singen sein, deswegen werde ich- selbst wenn die Band vielleicht irgendwann zerbricht- immer noch weiter singen, irgendwie auf meine Weise.

HARUKI: Ich hatte ungefähr ein Jahr lang Unterricht, bis mein Gitarrenlehrer gesagt hat, dass es bei mir keinen Sinn hat. Allerdings fand ich das eher positiv, ich habe halt nicht das gelernt was er mir aufgegeben hat, sondern das, was ich brauchte. Er hat dann gesagt, er könnte mir natürlich Noten lesen beibringen- ich kann keine Noten lesen- er fände es aber eigentlich schöner, wenn es einfach aus mir herauskommt, da er mich nicht eingrenzen oder mich mit Musiktheorie ersticken will.

RAYA: Ich habe ungefähr 2 Jahre lang Unterricht genommen und vor kurzem erst damit aufgehört, weil mein Lehrer auch der Ansicht war, dass es so reicht. Ich habe auch eine ganze Zeit lang ohne Schlagzeugunterricht gelebt und wollte aber gerne noch etwas von einem anderen Schlagzeuger lernen, der einen anderen Blickwinkel auf das Instrument hat.

Q: Habt ihr unter Euren eigenen Liedern irgendwelche Lieblingslieder, die ihre gerade im Moment total gerne spielt? (allgemeines Gelächter ^_^)

AKIRA: liebt „Sufferance“ und „Hotaru no Haka“. Hört es Euch an!

HARUKI: Ich mag die Ballade „Makka na ito“ sehr gerne, die mir persönlich viel bedeutet. Von den neueren und rockigeren Songs wäre es auch wie bei Akira „Sufferance“.

SAKU: Saku liebt „Gangu“. Ich weiß nicht, wann das angefangen hat, aber „Gangu“ hat für mich einen ganz besonderen flow und eine gewisse Attitude, die ich auf der Bühne sehr gern mag und die immer Spaß macht.

RAYA: Ich mag sehr gerne „Sweet Pink Candy Sakura No Kaze“, vorallem in der neueren Version die wir seit der Animagic spielen und auch „Hotaru no Haka“.

Q: Habt ihr irgendwelches Equipment dass ihr in nächster Zeit gerne hättet? Irgendwelches Traumequipment?

SAKU: (ganz aufgeregt) Also ich würde gerne auf der Bühne fliegen, ich hätte gerne ein Podest, das aus dem Boden rausgefahren kommt und nach oben schwebt, Pyrotechnik, Laser, Tänzer…*lachen*… professionelle Headbanger… Nein, mal ehrlich, ich hätte in nächster Zeit gerne ein schnurloses Mikro, damit ich nicht immer über das Kabel stolpere.

HARUKI: Mein momentanes Traumequipment betrifft besonders Amp und Box. Mein momentaner Wunschtraum wäre eine Spezialversion in Chrome von Mesa Boogie, das ist aber leider für einen Studenten so gut wie nicht bezahlbar. Aber vielleicht doch innerhalb der nächsten 10 Jahre! Ansonsten möchte ich mir gerne eine ESP Forest -GT- kaufen.

RAYA: Ich bin momentan mit meine Schlagzeug sehr zufrieden. Ich habe mir das explizit ausgesucht und es ist ganz toll und ich bin ganz verliebt; es ist außerdem noch nicht so alt. Aber dazu würde ich mir gerne die passende Hardware aussuchen, denn generell ist Tama ein sehr schöne Marke für mich. Mit der Iron Cobra Hyper Drive wäre ich allerdings auch sehr zufrieden.

AKIRA: Ich bin eigentlich ganz zufrieden. Mein Bass heißt Kenny (nach Kenny von South Park) und ist relativ launisch, er könnte ein wenig artiger sein. Seltsamerweise stirbt er in unserem Proberaum ständig ab, auf der Bühne hab ich das noch nie erlebt.

Q: Und dann traust du dich trotzdem mit Kenny auf die Bühne zu gehen?

AKIRA: Am Anfang bin ich ca. 6- 7 Mal zum Musicstore gegangen aber die haben nie was gefunden. Mir wurde sogar eine Liste gezeigt, dass es nur ganze wenige Fälle mit Problemen gibt und über 50% bin schon alleine ich. Für die Konzerte in Bonn Anfang Oktober habe ich sicherheitshalber auch den Bass von Haruki mitgenommen, aber auf der Bühne hat dann alles geklappt.

Q: Was steht bei Euch in nächster Zeit? Gigs? Single? EP?

HARUKI: Wir möchten auf jeden Fall Anfang nächsten Jahres wieder ins Studio gehen und noch ein paar Songs aufnehmen. Wir wollen dann das erste Mal richtig eine EP herausbringen, was bis jetzt auf Grund von Finanzen leider nicht ging. Aber da wir jetzt dieses Jahr sehr hart gearbeitet haben, denken wir, dass wir das auf jeden Fall nächstes Jahr in Angriff nehmen können. Außerdem sind ein paar Auftritte im Osten sind in Planung, dazu können wir allerdings noch nicht genaues sagen. Wir arbeiten auf jeden Fall daran, dass wir nächstes Jahr ein bisschen aktiver in den Hallen sind.

Q: Habt ihr denn eine venue die ihr unheimlich gern mal spielen würdet?

HARUKI: Absolut hyper wäre natürlich der Tokyo Dome. Für mich persönlich wäre das mein Lebensziel, danach könnte ich glücklich sterben.

RAYA: findet das gut.

AKIRA: spielt überall gern (Bass).

RAYA: Ich fände es generell sehr schön mal eine richtige Tour durchzuziehen, durch Deutschland oder Europa ist mir eigentlich egal. Am allerschönsten ist es auch mit anderen Bands, da kann man sich austauschen. Oder kleine Sommerfestivals fände ich ganz cool

SAKU: Da kann ich mich gleich anschließen, das wollte ich auch sagen. Ich finde Festivals ganz toll, ich war vor einem Jahre bei RaR auf der Bühne, leider nur als Gast. Aber so 80.000 Leute vor einem zu sehen, das war unglaublich. Ich möchte gerne vor so einer großen Menschenmasse auftreten, am liebsten Open Air auf großen Festivals und bei Sonnenuntergang ein epischen Lied herausschmettern. Das muss einfach geil sein. Aber auch internationale Auftritte wären ein Traum von mir.

Q: Designt ihr eure Outfits alle selber oder habt ihr das Hilfe dabei? Macht ihr beiden, Akira und Saku, das dann?

AKIRA: Wir haben uns viele Gedanken gemacht in welche Richtung das gehen soll, welche Farben, welche Materialien und wer welche Vorlieben für bestimmte Formen hat. Saku und ich haben die Entwürfe dazu gemacht, die nochmal in der Band besprochen und dann anschließen auch genäht. Bei uns ist alles ist komplett selbst genäht.

SAKU: In unseren Outfits stecken äußerst viele Details drin. Wir haben uns wirklich viele Gedanken gemacht, woher wir die Stoffe kriegen und was zu Kogure’s Image und Musik passt. Da war uns dann auch der Preis irgendwann egal und es ist schon so, dass die Preise bei einem Outfit um die 200 Euro liegen.

Q: Ihr habt aber schon ein Gesamtkonzept für die ganze Band?

SAKU: Ja, dieses Mal haben wir beispielsweise was mit Pelzen und Ketten gemacht. Farben waren auch immer Themen, zum Beispiel Silber und Gold oder schwarz und weiß. Jedes Mitglied hat eine individuelle Farbe, meine Farbe ist pink, Akira hat rot, Haruki’s Farbe ist blau- lila und Raya’s ist auch wieder pink und rosa.

Q: Habt ihr denn auch schon mal schlechte Erfahrungen gemacht, dass Leute kritisiert haben wie ihr rumlauft, da der Stil in Deutschland jetzt nicht so gängig ist?

HARUKI: Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir unser Konzert im MTC in Köln, wo uns der Soundtechniker am Anfang so ein bisschen belächelt hat. Er fand es wohl recht amüsant, dass sich die Jungs in der Band auch schminken und Röckchen tragen. Nach dem Konzert hat er sich allerdings bei mir entschuldigt und zugegeben, dass er uns wirklich unterschätzt hatte. Obwohl es schon ein bisschen verletzend war, als Musiker nicht ernst genommen und abgestempelt zu werden, war das ja im Endeffekt fast eine positive Erfahrung. Generell möchte ich die Leute darum bitte, sich erst ein Urteil über uns zu bilden, wenn sie uns wirklich mal live gesehen haben.

RAYA: Es passiert aber oft, dass Leute- nachdem sie uns live gesehen und sich unsere Musik wirklich angehört habe- zugeben, dass sie so etwas nicht erwartet hätten und ernsthaft überrascht sind. Ich frage mich dann immer, warum sie uns so etwas nicht zugetraut haben. Weil ich ein Kleidchen anhabe? Wo ist da das Problem? Wir werden oft dafür kritisiert, dass wie Deutsche sind die auf Japanisch singen, aber Japaner singen auf Englisch, Franzosen singen auf Englisch, Schweden singen auf Spanisch. Dies seltsame Mischung aus „Wir sind alle so tolerant“ und „Das dürft ihr nicht machen“ ist da ein bisschen lustig.

SAKU: Dabei ist es ja schon Arbeit diese Outfits überhaupt zu kreieren und sich dieses Image aufzubauen, aber den Gedanken dahinter sehen schon die meisten Leute überhaupt nicht. Sie sehen einfach nur das Bild von uns und haben Angst davor, weil es anders ist. Also wollen sich nicht damit befassen, man wird schnell abgeschoben, leider.

HARUKI: Auch ein Problem ist, dass wir sehr oft fast schon in Kritikstürme geraten, weil wir immer gleich mit japanischen Major- Bands auf ein Level gestellt werden. Uns wird gesagt, dass wir nicht so tolle Outfits wie Gazette haben, allerdings sind wir ja auch Studenten die das nicht hauptberuflich machen und kein großes Label im Rücken haben. Und trotzdem wird von uns verlangt wie Dir En Grey, Gazette oder Miyavi zu sein. Das finde ich ziemlich unfair, weil wir, wenn überhaupt, ja erstmal nur vergleichbar mit japanischen Indiebands ohne Label wären. Wir machen das Alles komplett alleine und wir sind eben nicht auf dem gleichen Level wie Gazette, sonder viel viel weiter drunter. Natürlich kann man das auch ein bisschen als Kompliment sehen, aber es für uns schon ziemlich schwer uns überhaupt zu behaupten, auch innerhalb der Szene.

Q: Habt ihr das Merchandise auch selbst designt?

HARUKI: Ja, komplett von Planung über Design über Bestellung, das machen wir alles selber. Sowohl bei den T-Shirts als auch bei den CDs, das Booklet, die Songs, das Label vorne drauf, alles machen wir alleine.

RAYA: Wir finanzieren das alles auch selber, alles von uns selber als Gruppe.

HARUKI: Und der Erlös kommt dann auch für die Gruppe wieder rein. Es ist nicht so, dass wir uns davon einen faulen Lenz oder Urlaub machen, sondern wir re-investieren wieder in die Band.

Und zu diesem Zeitpunkt ist leider unser Diktiergerät gestorben, was wir aber erst nach dem Interview festgestellt haben… glücklicherweise haben uns Kogure die wichtigsten beiden Fragen noch einmal per Email beantwortet- nochmal vielen Dank dafür!

Q: Welche Musik hört ihr privat?

AKIRA: Ich höre privat so gut wie ALLES. Sowohl Hiphop als auch Rock, von Metal über Pop bis hin zur Klassik und Keltischem Gedüdel. Außerdem mag ich noch sehr gern Trot! Was ich allerdings weniger mag ist Country… Aber im großen ganzen gibt es in jeder Musikrichtung Songs, die ich entweder mag oder nicht.

RAYA: Privat höre ich meist “Rock”, ich mag vor allem “handgemachte” Musik. Jedoch gibt es auch Momente, in denen ich gerne Songs von z.B. Leona Lewis oder Beyonce höre. Ich stehe auch auf OST von Disneyfilmen genauso wie von Videospielen!

SAKU: Momentan höre ich hauptsächlich KPop, also koreanischen Pop. Das hat sich noch verstärkt, als ich im August diesen Jahres in Seoul war. Aber mein Musikgeschmack ist sehr launisch, ich wechsle oft von einem Extrem ins andere. Vor einem Jahr ungefähr habe ich zum Beispiel vor allem sehr harte und für andere vielleicht unhörbare japanische Indiebands gemocht. Es kommt ganz auf meine aktuelle Lebenssituation und Stimmung an und was zu meinem momentanen Lebensgefühl passt.

HARUKI: Ich persönlich höre sehr viel gemischt, hauptsächlich allerdings Nu-Metal, beispielsweise KORN, Progressive und vorallem hauptsächlich „hand-made“-Musik; es ist mir wichtig, Musik mit einem Charakter zu hören – mit Elektro z.B. kann ich in den meisten Fällen nicht auf einen grünen Zweig kommen; eine Ausnahme stellt da z.B. Jamiroquai da, die zwar sehr elektronische Sounds verwenden, ihre Musik allerdings komplett selber spielen – auch live. Im Kontrast dazu höre ich allerdings auch gerne mal Klassik oder Akustik, Soundtracks und Instrumental. Ab und an höre ich auch HipHop, dann allerdings eher die „old-school“-Schiene.

Q: Welche deutschen visual kei Bands mögt ihr und könnt ihr empfehlen?

AKIRA: Da ich noch nicht so lange in der „Szene“ der deutschen visual kei Musiker bin, kenne ich dementsprechend noch nicht alle Bands. Doch ich hatte das Vergnügen, die Leute von Nanashi, Foocha, Shizzura und Windress kennenzulernen, alles super nette Leute die hart für ihre Träume arbeiten und von daher kann ich sie alle nur wärmstens empfehlen!

RAYA: Also ich persönlich mag sehr gerne Shizzura und Nanashi! Wir sind auch schon mit beiden aufgetreten und sie sind echt liebe Menschen und die Musik sollte man sich definitiv mal anhören!

SAKU: Da gibt es einige! Ich persönlich würde euch vor allem Shizzura empfehlen. Sie sind eine sehr gute Liveband, ihr Sänger  hat eine super Stimme und ist einer der wenigen, der dabei auch noch Gitarre spielt, außerdem haben sie eine ganze Reihe cooler Songs! Hört also mal bei ihnen rein.

HARUKI: Meine absoluten Favourites sind Nana:[Shi] und Shizzura! Wir hatten das Glück, beide Bands auch persönlich kennenzulernen und mit ihnen auch schon live auf einer Bühne stehen zu dürfen! Sowohl charakterlich als auch musikalisch sind beides absolut tolle Bands!

Noch einmal vielen lieben Dank an Kogure für ein super Interview! Es hat wirklich Spaß gemacht!

\(^ ^)/

Nach dem Interview haben wir uns natürlich noch die Preisverleihung sowie die beiden Auftritte von Kogure angeschaut und waren wieder restlos begeistert! Kogure haben die sonst leider etwas trockene Veranstaltung ziemlich aufgemischt und eine wirklich tolle Show geliefert.

ヘ(^_^ヘ)(ノ^_^)ノ Wir freuen uns schon auf euren nächsten Gig!

offizielle homepage: http://www.kogure.de

myspace: http://www.facebook.com/KogureOfficial

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