tezya Interview, Juni, 2012

Fotos: tezya

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Juchuuu! Der Musiker, Komponist und Designer tezya hat uns netterweise ein paar Fragen zu seinen Einflüssen, seinen Designs und natürlich seiner Musik beantwortet! Falls ihr den japanischen Ausnahmekünstler noch nicht kennt, dann solltet ihr das schleunigst ändern, denn mit seinem  “Future Glamour Rock’n Roll”, wie er seine Musik bezeichnet, und seiner mehr als großartigen Stimme, hat er unsere Herzen bereits im Sturm erobert! (゚ー゚)(。_。)ウンウン

Am 20.06. wird übrigens  [BLACKOUT] digital veröffentlicht, eine Single, die aus der Zusammenarbeit von tezya mit SUGIZO und SINE6 entstanden ist! Unbedingt reinhören und toll finden! ♪(ノ´∀`*)ノ

Aber jetzt erst mal zum Interview…

Q: Kannst du dich bitte kurz vorstellen und uns etwas über deine bisherige Karriere erzählen?

tezya: Ich grüße alle in Deutschland. Ich bin tezya. Ich war Sänger in verschiedenen Bands und bin derzeit als Solokünstler tätig.

Q: Du selbst bezeichnest deine Musik als „Future Glamour Rock’n Roll“- was genau können wir uns darunter vorstellen? Wie würdest du deine Musik in mehreren Wörtern beschreiben?

tezya: Es ist schwierig, meine Musik in ein bereits vorhandenes Genre einzuordnen, deshalb habe ich die Bezeichnung „Future Glamour Rock’n Roll“ gewählt. Einerseits ist der in den 70er Jahren entstandene Name Glam Rock darin enthalten und andererseits erinnert es mich zu einem großen Teil an die äußere Erscheinung des Glam Rock.

Q: Du sagst, dass dich die britische Glam Rock Szene der 70er und 80er Jahre beeinflusst hat. Was stellt diese Szene für dich dar?

tezya: Es fasziniert mich, dass sich Genres wie Glam Rock, sowie auch die darauf folgenden Stile New Wave und New Romantics nicht grundlegend durch die Musik unterscheiden, sondern die Künstler selbst eine musikalische Einzigartigkeit besitzen.

Die einzigen äußeren Gemeinsamkeiten sind zum Beispiel männliche Künstler, die glamouröse Kleidung oder Künstler generell oft extreme Kostüme und auffälliges Make-up tragen.

Ich mat deutsche Künstler wie „Einstürzende Neubauten, Nina Hagen und HUBERT KaH“.

Q: Wie kam es, dass David Bowie zu einem deiner größten Einflüsse wurde?

tezya: Das erste, was ich von David Bowie kennenlernte, war der Song „Let’s Dance“. Anfangs zog mich sein raffinierter und reifer Stil an und als ich mehr über seine vergangenen Werke und seine Weltanschauung gelesen hatte bzw. sie mir die Werke genauer angesehen hatte, begann ich sein originelles und schockierendes Auftreten zu bewundern.

Q: David Bowie ist ja, unter anderem, bekannt für das Erschaffen von verschiedenen Rollen (stage persona), wie Ziggy Stardust oder „Thin White Duke, die er auf der Bühne annahm. Würdest du sagen, dass ein Teil von tezya, den wir auf der Bühne sehen, auch in eine Art Rolle schlüpft?

tezya: Ich benutze eigentlich keine Stage Persona. Allerdings verwende ich für meine Musik den Künstlernamen tezya und nicht meinen echten, Tetsuya Saito. Vielleicht ist das schon meine Stage Persona.

Q: Wie weit unterscheidet sich der tezya auf der Bühne von dir im Alltag?

tezya: Ich denke, ich bin ein Mensch, der sich dem alltäglichen Leben und der Gesellschaft anpasst und vernünftig ist. Auf der Bühne werde ich allerdings zum Tier, zum König und zum Herrscher.

Ich erschaffe meine eigene ideale und vollkommene Welt. Aber ich denke, dass dies vielleicht wirklich meine eigene Kreation ist.

Q: Du warst bereits in mehreren Bands und hast über die Jahre mit vielen großartigen Musikern zusammen gearbeitet- wie kam es, dass du erst 2007 entschieden hast ein Solokünstler (mit Support- Band) zu werden? Gab es ein ausschlaggebendes Erlebnis?

tezya: Natürlich mag ich es jetzt auch noch in einer Band zu spielen. Ein Grund dafür ist, dass man sich mit den anderen Bandmitgliedern über die komponierten Songs unterhalten kann und man manchmal das Gefühl hat, dass durch die Zusammenarbeit mehr als nur ein berühmtes Lied entstehen wird. Aber auf der anderen Seite ist es auch so, dass die eigene Leidenschaft gegenüber den Liedern schwächer wird.

Deshalb habe ich überlegt und mir ausgemalt, wie es wäre, irgendwann einmal zu 100 % eigene Musik produzieren zu können und wollte es versuchen.

Da es sowohl früher, als auch jetzt viele talentierte Leute in meiner Umgebung gibt, arbeite ich hin und wieder mit ihnen zusammen, um Inspirationen zu bekommen.

Q: Wie erwähnt hast du eine feste Support- Band, the Sightz, deren Besetzung jedoch wechselt- inwiefern wirkt sich so ein Wechsel musikalisch aus?

tezya: Die Bandmitglieder bringen sich gerne ein, ich respektiere ihre Meinung und frage sie auch danach. Da the Sightz meine Band ist und ich die Entscheidungen treffe, gibt es überhaupt keine Probleme.

Q: 2010 hast du dein erstes Soloalbum “Life my Babylon” veröffentlicht. Der Begriff Babylon ist sehr stark mit seiner christlich- mythologischen Bedeutung verbunden, eine Art Zentrum des Bösen. Warum hast du dir diesen Titel ausgesucht? Für was steht er?

tezya: Die ursprüngliche Bezeichnung meines Albums ist „My life in my Babylon“ oder auch „I live in the Babylon“. Allerdings verloren der Klang der Worte und die Bedeutung, daher habe ich beschlossen den Titel in „Life my Babylon“ zu ändern, denn die Leute sollten keine Zweifel bekommen, wenn sie den Titel das erste Mal sehen.

Für mich hat „Babylon“ zwei entgegengesetzte Bedeutungen: Himmel und Hölle, sowie auch Aufschwung und Niedergang. Diese zwei vermischen zu einer Art Limbus und kommen dem Image, dass ich vor Augen habe, sehr nahe.

Wenn es Dunkelheit gibt, kann man auch Licht sehen. Wenn man Trauer kennt, kann man auch Freude empfinden. Ich denke, dieses Prinzip gilt auch für den Alltag und die Welt, in der wir leben und daher habe diesen Titel gewählt.

Q: Wie komponierst du deine Songs? Was inspiriert dich?

tezya: Was das Komponieren anbelangt, habe ich eigentlich keine Inspiration. Es ist normalerweise so, dass ich beim Arrangieren von bereits vollendeten Songs plötzlich eine Melodie im Kopf habe und diese schreibe ich dann gleich nieder. Obwohl die Melodie in meinem Kopf perfekt erscheint, ist es schwierig diese im Detail dann zu produzieren.

Da ich beim Texten versuche, mich von vergangenen Erfahrungen und derzeitigen Situationen zu lösen, fällt mir die Fertigstellung oft nicht leicht und manchmal fühlt es sich deswegen an, als würde man sterben oder hätte Schmerzen.

Q: Du arbeitest nicht nur als Musiker, sondern bist auch als Designer tätig. Kannst du uns etwas über deine Designs erzählen?

tezya: Ich denke, mein Design ist mein eigenes Leben und mein Körper. Für mich ist ein vollkommener Song auch etwas, dass es auf dieser Welt bisher noch nicht gab und ich erst habe ihn selbst komponiert. Die Outfits, die ich auf der Bühne tragen will, kann ich nicht kaufen, daher entwerfe ich sie selbst. Ich trainiere auch meinen Körper und versuche ihn nach meinen Idealen zu formen. Da ich hohe Ansprüche an mich habe, versuche ich verschiedenes selbst zu gestalten, allerdings bin ich bis jetzt mit den Ergebnissen noch nicht ganz zufrieden.

Ich denke, es ist einfacher selber Dinge zu entwerfen als die Suche nach einem idealen Bild, deshalb tue ich das.

Natürlich kommt es vor, dass ich mich talentierten Designern anvertraue. Zum Beispiel hat vor Kurzem ein befreundeter Designer für mich das Outwork von „Life my Babylon“ entworfen.

Q: Deine erste und bisher leider einzige Overseas- Show, war ein Konzert in Russland, 2011- wie war diese Erfahrung für dich? Würdest du gerne in Zukunft öfter außerhalb von Japan Konzerte geben?

tezya: In meiner Kindheit habe ich europäische Musik gehört und wollte auch Musiker werden. Sie war das Fundament meiner Musik und ich frage mich, inwiefern die Leute außerhalb Japans das in meiner Musik spüren können?

Um ehrlich zu sein, war ich unsicher und hatte Angst, als ich eine relativ ungekünstelte Show gespielt habe, aber die enthusiastische Unterstützung der Fans ließ mich fühlen, dass meine bisherige Arbeit nicht umsonst war.

In Bezug auf mein musikalisches Schaffen würde ich sagen, dass die östliche und westliche Kultur mein Arbeit nur noch vertiefen. Ich möchte diese Einflüsse in meiner Musik künftig mit noch mehr Fans teilen.

Q: Ist ein weiteres Soloalbum in Planung oder können wir uns auf sonstige Veröffentlichungen von dir freuen?

tezya: Im Moment ist kein weiteres Soloalbum geplant, aber ich habe viele neue Songs fertiggestellt, die ich zu einem späteren Zeitpunkt vorstellen werde. Ich mache bei SiNE6, einer Trance Music Unit mit und es werden auch Luna Sea und Sugizo dabei sein. Es ist geplant, dass wir den Song „Blackout“ am 20.6. vorstellen werden.

Q: Welchen deiner Songs repräsentiert deinen Sound besonders gut, so dass diejenigen, die mit deiner Musik noch nicht vertraut sind, ihn sich am besten einmal anhören würden?

tezya: Wie nicht anders zu erwarten, passt er namentlich zu dem Image meines Albumtitels „Life my Babylon“ und er ist mein erster komponierter Song „B-A-B-Y-L-O-N“. Ansonsten würde ich noch „Where’s my place, who am I“ und „Cosmo Love“, aussuchen, die ich mit sehr tiefen Gefühlen gesungen habe.

Shosen Ningen: Vielen Dank für das Interview!

tezya: Vielen Dank auch meinerseits für das Interview. Ich hoffe, dass euch allen mein Album und meine Konzerte nicht mehr aus dem Kopf gehen werden und wir uns auf meinen Konzerten treffen können.

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